8. Juni 2010 - Leine-Zeitung
Ventus Quintett setzt sinnlichen Schlusspunkt
Von Uwe Kreuzer
Seelze. Was für ein wunderbarer Abschluss für das elfte Seelzer Musikfestival (MuSe): Das Ventus Quintett aus Salzburg hat mit seinen Holzbläserarrangements aus der Chopin-Zeit am Sonntag 60 Zuhörer in der Dreifaltigkeitskirche verzaubert. Prägnant, sinnlich und mit perfektem Gefühl für rhythmische und atmosphärische Feinheiten spielten sich die Musiker – allesamt Solisten bekannter österreichischer Orchester – in die Herzen des Seelzer Publikums. Original für die Besetzung mit Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott geschriebene Literatur, etwa von Franz Danzi und Anton Reicha, wechselte sich mit umarrangierten Stücken ab. Neben der fröhlichen Mazurka von Chopin, die im 200. Geburtsjahr des großen Polen nicht fehlen durfte, berührte vor allem ein Potpourri von Melodien aus Mendelssohn Bartholdys „Sommernachtstraum“ die Musikliebhaber: ein Arrangement, romantisch im besten Sinne, federleicht und perfekt gespielt, geradezu verzückend – einfach sommernachtstraumhaft. Gerade dieser Vortrag zeugte vom besonderen Können des Ensembles, denn die „Sommernachtstraum-Suite“ war eine Premiere für das Quintett. Schön zu sehen: Die Musiker aus der Alpenrepublik hatten durchweg große Freude an dem Konzert, das war ihnen bei jeder einzelnen Note anzusehen. Dem Publikum ging's genauso. Das bekam nach anhaltenden Ovationen famosen Haydn als Zugabe. Anschließend bedankten sich viele Zuhörer bei den MuSe-Organisatoren Christoph Slaby und Robert Leschik, die mal wieder großartige Künstler in das kleine Seelze gelotst hatten. Die Vorfreude auf die nächste MuSe, sie war schon greifbar.