Luiza Borac ist eine stille, markante Größe in der internationalen Klavierszene. Spektakuläre Gewinnerin des BBC Music Magazine Award 2007 sowie weiterer rund 30 internationaler Preise und Auszeichnungen, darunter zahlreiche „Erste Preise", besticht sie durch ihre souveräne Bühnenpräsenz, ihre leidenschaftlichen Interpretationen und eine erstaunliche Technik.
Die gebürtige Rumänin begann ihre Musikausbildung mit 4 Jahren und erlangte ihr Abitur am „George Enescu Musikgymnasium" für Hochbegabte in Bukarest. Jeweils mit der höchsten Auszeichnung schloss sie ihr Studium an der Musikhochschule Bukarest und später die Solistenklasse der Hochschule für Musik und Theater Hannover ab. Meisterkurse an der Juilliard School of Music New York, der Como International Piano Foundation, den Holland Music Sessions und der Salzburger Internationalen Sommerakademie vervollständigten ihre Ausbildung.
Von den Musikkritikern als „Virtuosin von erstaunlicher Brillanz" und „poetische Künstlerin" (Joachim Kaiser, Süddeutsche Zeitung) bezeichnet, konzertiert Luiza Borac regelmäßig in Europa und den USA. Solo-Klavierabende gab sie u.a. in der Carnegie Weill Hall, Steinway Hall (London und New York), Kölner Philharmonie, Concertgebouw Amsterdam, Liederhalle Stuttgart, NDR Hamburg und trat bei bedeutenden Festivals wie z.B. dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Aldeburgh Festival of Music and the Arts, Oslo Music Festival, dem Prokofiew Festival im Barbican Centre London, Böhmisches Festival, Braunschweiger Classix, den Chopin-Festivals in Wien und Mailand, dem Pontino Festival auf. Als Solistin spielte sie u.a. mit dem Netherlands Philharmonic Orchestra Amsterdam, der Philharmonie der Nationen, dem Radio Orchester Bukarest, dem WDR Sinfonieorchester Köln, der Magdeburgischen Philharmonie, dem Utah Symphony Orchestra und arbeitete mit Künstlern wie Vladimir Jurowski, Murray Perahia, Radu Lupu u.a. zusammen.
1991 sorgte Luiza Borac für Furore, als sie beim Schleswig-Holstein Musik Festival für den erkrankten Svjatoslav Richter einsprang und sich euphorische Kritiken erspielte.
Luiza Borac gewann erste Preise beim Internationalen Musikwettbewerb Viotti-Valsesia, Italien und dem Mendelssohn-Wettbewerb der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin, den Debüt-Preis der Carnegie Hall New York, die Silbermedaille beim Internationalen Klavierwettbewerb Gina Bachauer in Salt Lake City, den ersten Preis, den „Prix d'Oslo", den „Grieg"-Preis sowie den Publikumspreis beim Internationalen Klavierwettbewerb Edvard Grieg in Oslo ?? Jahr.
Einen besonderen Schwerpunkt in Luiza Boracs musikalischen Interessen bildet der rumänische Komponist George Enescu (1881–1955). Sein Klavierwerk spielte sie vollständig ein. Für ihr Enescu-Projekt bekam Luiza Borac das Dorothea-Erxleben Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen.
Ihre CD-Aufnahme der Klaviersuiten von George Enescu für Avie Records aus dem Jahr 2004 erhielt herausragende internationale Anerkennung: „Excellent playing" (Gramophone), „Formidable interpreter" (San Francisco Chronicle), „Best performance" (BBC Music Magazine) urteilte die internationale Presse. Das Musikmagazin Fono Forum gab der Aufnahme die höchste Wertung – fünf Sterne – und zeichnete sie mit dem Stern des Monats aus.
Es folgte die CD-Einspielung „Wanderer" mit Werken von Schubert und Liszt, ebenfalls aufgenommen für Avie Records. Auch die Pressestimmen zu dieser Aufnahme sprechen eine deutliche Sprache: „impressive mastery, pianist of enviable professionalism" (Gramophone), „sicheren Gespür für Spannung und Entspannung ... leuchtende Klänge" (Fono Forum), „mercurial readings and prismatic colours" (Fanfare Magazine).
Mit der Doppel-CD „George Enescu Vol. 2" (Avie Records) vervollständigte Luiza Borac 2006 die Einspielung des gesamten Klavierwerkes von George Enescu, ein Weltpremiere-Projekt. „Spectacularly played and recorded" urteilte die Los Angeles Times, „Borac's only substantial rival is Dinu Lipatti in the 3rd Sonata" stellte Gramophone Magazine fest. Im März 2006 wählte die US-amerikanische Zeitschrift „Fanfare Magazine" das Album als Cover Story. Zahlreiche nationale und internationale Radiostationen präsentierten zu dieser Einspielung umfassende Interviews.
Nahezu spektakulär gewann das Album den renommierten BBC Music Magazine Award 2007. Aus 1500 CDs wählten die Jury sowie 38.000 Zuhörer die Enescu-Aufnahme als die „beste Instrumental-Einspielung des Jahres". In der letzten Runde übertrumpfte sie die CDs von Marc-André Hamelin und Andreas Staier. In der Laudatio der BBC-Award-Jury wurde festgehalten: "With this set Luiza Borac illuminates some extraordinary, richly inventive piano music with subtle but absolute mastery. This is a set to place Enescu among great composers, superbly, idiomatically played, vehemently recommended".
Luiza Boracs Engagement für die internationale Verbreitung der rumänischen Kultur und insbesondere ihr Einsatz für die Musik George Enescus wurde im Jahr 2007 mit dem Sonderpreis der führenden rumänischen Musikzeitschrift „Musik aktuell" gewürdigt. Im gleichen Jahr gastierte sie mit einem Enescu-Solo-Recital beim Internationalen Musikfestival „George Enescu" in Bukarest. Das Konzert wurde live im Radio und Fernsehen übertragen. Der rumänische Sender TV Cultural strahlte kurze Zeit danach ein Porträt der Pianistin aus. Bereits 2006 wurde sie vom rumänischen Präsidenten Traian
Basescu zu einem Enescu-Klavierabend im Präsidenten-Palast eingeladen. Ebenfalls war sie Gast des Galakonzertes, mit dem Rumänien seinen Beitritt in die EU feierte.
Luiza Boracs Repertoire umfasst rund 140 Werke für Klavier solo, 50 Werke mit großem Orchester sowie 60 in kammermusikalischer Besetzung von Barock bis Moderne. Zu ihrer Unterrichtstätigkeit gehören Dozenturen an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, am Salzburger Mozarteum im Rahmen der Internationalen Sommerakademie sowie Meisterkurse weltweit.
Luiza Borac spielte mehrere Benefizkonzerte für die Straßen- und Waisenkinder Rumäniens. Die Tournee 1991 „Romanian Relief" durch Großbritannien mit Konzerten u.a. im Barbican Centre London und in der Coventry Cathedral sowie eine größere Aktion der Melanchthon Kirchengemeinde Hannover im Jahr 2000 ermöglichten Spenden direkt vor Ort in Rumänien.
Im Februar 2009 folgte Luiza Borac der Einladung des Organisationskomitees des Internationalen Klavierwettbewerb Gina Bachauer, als „Musik-Botschafterin" im Rahmen des Projektes „Music-In-Our-Schools" zu wirken. Sie konzertierte und lehrte eine Woche lang in zahlreichen Schulen in Salt Lake City und begeisterte ca. 3.000 Kinder für klassische Musik.
Das neueste Album von Luiza Borac erscheint erneut bei Avie Records. Die Aufnahme präsentiert die Zyklen der 24 Etüden von Frédéric Chopin sowie die „Polnischen Lieder" in der Bearbeitung von Franz Liszt. Die ehrwürdige TIMES bedachte die CD, sofort nach ihrem Erscheinen auf dem britischen Markt, mit vier Sternen und urteilte „subtlety of touch and phrasing, ... recording of caressing depth". Die Aufnahme ist eine Hommage an ihren langjährigen Produzenten und Förderer Freund John Barnes, der vor einem Jahr seinen Kampf gegen den Krebs verlor. Seit den frühen 60er-Jahren hat er, besessen von seiner Suche nach Klangperfektion, voller Leidenschaft und Hingabe tausende Aufnahmen u.a. der Opernaufführungen in Glydebourne realisiert.
Die Chopin-CD wurde im September 2009 veröffentlicht.
Am 20. September 2009 spielte Luiza Borac in Überlingen die Uraufführung von Robert Schumanns neu entdeckter Komposition „Ahnung". Das 24 Takte umfassende Werk für Klavier solo gehört vermutlich zu den „Kinderszenen" und dürfte 1838 entstanden sein. Bei der Überlinger Notenhandschrift handelt es sich um das erste Schumann-Manuskript mit einer unbekannten Komposition, das seit dem frühen 20. Jahrhundert ans Licht der Öffentlichkeit gelangt ist.
Nach 10 Jahren als Steinway-Exklusiv-Künstlerin wurde Luiza Borac in diesem Frühjahr auf der „Steinway Wall of Fame" aufgenommen.
Quelle: http://www.luizaborac.com
Programm des Konzert am 5. Juni 2010, 17:30 Uhr Rathausplatz Seelze





