Grußwort des Schirmherrn Heiner Aller

Liebe Freundinnen und Freunde der MuSe,

im Jahr 2021 ein Grußwort für das Musikfestival Seelze 2021 zu schreiben, war gar nicht so einfach. Organisatoren, Künstler und Publikum haben die MuSe gemeinsam in mehr als zwei Jahrzehnten weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht. Und nun seit über einem Jahr praktisch kultureller Stillstand. Welche „Botschaft“ könnte denn in dieser schwierigen Zeit vom Seelzer Musikfestival ausgehen?

Nur wenige hatten geglaubt, dass es nach den anhaltenden Einschränkungen für das öffentliche Leben wegen der Corona-Pandemie ein Musikfestival in Seelze im Jahr 2021 geben könne. Nach anhaltend schrecklichen Zahlen im In- und Ausland Anfang des Jahres drohten auch in diesem Jahr rigorose, aber notwendige Restriktionen. Betroffen waren und sind alle Lebensbereiche. Die Liste der von der Pandemie und ihren Folgen direkt und indirekt Betroffenen ist unendlich lang.
Deshalb tun wir gut daran, all` jenen zu danken, mehr als nur ihren Job leisten und denen, die als Ehrenamtliche helfen, wo staatliche Hilfe allein die Probleme nicht lösen kann!

Auf die Frage, was bedeutet es denn, für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn die Kultur, der Kultursektor, die Kulturszene als von Menschen für Menschen gemacht ausfällt, werden wir auch nach der Corona-Zeit Antworten finden müssen. Im Augenblick dominiert die Kunst und Kultur aus der Konserve die Szene.
Gerade deshalb verdient das Projekt MuSe 2021 Respekt, Dank und Anerkennung. Für das Programm „Ungestilltes Verlangen Musik“ gab es keine Blaupause, nach der Christoph Slaby und Robert Leschik insgesamt 13 Konzerte für die Zeit vom 9. Mai bis zum 28. August geplant und organisiert haben.

MuSe-Freundinnen und MuSe-Freunde haben sicher erkannt, dass sich das diesjährige Festival in einigen wichtigen Punkten von seinen Vorgängern unterscheidet – unterscheiden muss. Hinter der schlichten Aussage „Alle Konzerte finden statt – mit oder ohne Publikum“ steht die Hoffnung, dass in den vier Monaten „Lockerungen“ doch noch Publikumsveranstaltungen mglich machen.

Mit Mut und Optimismus sind Christoph Slaby und Robert Leschik ins Risiko gegangen:

Das Orgeljahr 2021 steht im Mittelpunkt. Als Veranstaltungsorte die beiden Seelzer Kirchen St. Martin und Dreifaltigkeit zu wählen, war sicher klug. Für alle Konzerte ist der Eintritt frei. Und alle Konzerte sind als Stream unter www,musefestival.de zu „besuchen“.
Die Veranstalter der MuSe sind als experimentierfreudig bekannt. Seit dem ersten Festival zur EXPO 2000 haben sie die MuSe kontinuierlich weiterentwickelt. Keine Kompromisse machen sie jedoch beim Niveau und Anspruch an Künstlerinnen, Künstler und Programm. Auch nicht in Corona-Zeiten.

Es lohnt sich also aus den 13 Konzertangeboten nicht nur eins auszuwählen. Die Künstlerinnen und Künstler werden dankbar sein, dass sie in Seelze unter den besonderen Umständen, aber mit Gage und für ein dankbares Publikum auftreten können.

Den Veranstaltern und den Förderern des MuSe-Musikfestivals 2021 drücke ich die Daumen, dass ihr Engagement in jeder Hinsicht erfolgreich sein wird.

Bleiben Sie gesund und der Kunst und Kultur treu!

Ihr Heinrich Aller

Niedersächsische Finanzminister
und Landtagsabgeordneter a. D

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